Archiv für die Kategorie ‘Tiere’

Auflösung - Rätsel Nr. III

April 15, 2008

Riiiichtiiiiig! Es ist eine Kuh! (Auch wenn mir die Idee mit dem vor der Olympiade geflüchteten Pandabär ebenfalls sehr gut gefallen hat). Ihr müsst euch jedoch auf mein Wort verlassen, denn wir haben es versäumt, ein Rätsel-Auflösungs-Foto zu machen. Als wir auf dem Rückweg wieder an der Stelle vorbeikamen - war die Kuh schon wieder weg…

Tropenhitze & Leguane

März 13, 2008

Wir haben Besuch! Peters Eltern sind am Montag in Guyaquil angekommen. Alles hat prima geklappt (sieht man/frau mal von der kleinen (Um)Packaktion ab: Statt der vom Reisebüro zugesicherten zwei mal 23 Kilo pro Person waren dann doch nur 20 Kilo plus 8 Kilo Handgepäck erlaubt. Da die beiden aber schon am Vorabend des Fluges ihr Gepäck einchecken wollten, war noch genügend Zeit zum Umsortieren. Alle unsere “Bestellungen” und vor allem die Gummibärchen haben es nach Ecuador geschafft! Was ein Glück für uns!).

Pass im CajasPeter und ich sind am Montagmittag mit einem geliehenen Jeep über den Pass im Cajas-Nationalpark nach Guyaquil gefahren, um seine Eltern abends in Empfang zu nehmen. Die Straße war zwar im Prinzip frei, aber an vielen Stellen noch durch Erdrutsche, bedingt durch den starken Regen in den letzten Wochen, verengt. An einigen Stellen sogar noch versperrt - aber dann gab es einen Umweg neben der Straße durch Schlamm, Geröll und Matsch. Die Bagger und LKWs waren fleißig dabei, alles wieder freizuräumen.

Wir sind hier in Cuenca bei bedecktem Wetter losgefahren, im Cajas auf dem Pass in einer Höhe von knapp 4200 m wurde es dann recht kühl. Weiter ging es durch dicken Nebel die Berge runter Richtung Küste. Und dort auf einmal: Wärme. Sonne. Luftfeuchtigkeit. Und ich war zum ersten Mal in meinem Leben in den Tropen!

BananenplantageAuf dem Weg nach Guyaquil sind wir an riesigen Bananenplantagen vorbeigekommen (ich kann euch beruhigen, es gibt noch welche). Am Straßenrand schrabbelige Holzhütten auf Stelzen, Stände mit Mangos, Bananenstauden, Ananas. Kühe, die auf ihren Weiden bis zum Bauch im Wasser standen und Kinder, die mit größtem Vergnügen in der braunen Brühe badeten.

Regen in GuayaquilIn der Stadt angekommen erwischte uns dann noch ein Regenschutt: Und sofort waren die Straßen kniehoch mit Wasser bedeckt. Es floss nicht ab, was aber für uns Dank des Jeeps kein Problem war, auch wenn wir meterhohe Wasserfontänen hinter uns gelassen haben.

Peters Eltern waren nur eine Stunde verspätet: Am Flughafen in Carracas ging es etwas chaotisch zu, es musste noch auf “Koffer aus Europa” gewartet werden… Aber auch die sind irgendwann eingetrudelt und sie konnten die letzte Etappe ihrer Reise nach Ecuador antreten.

Nach großem Hallo am Flughafen in Guayaquil - klar! - sind wir ins Hotel, denn an eine Rückreise über den Pass in der Dunkelheit war natürlich nicht zu denken. Untergekommen sind wir, auch dank des Tipps eines sehr freundlichen und gut informierten Taxifahrers, im Hotel “Sol del Oriente”. Wir hatten Zimmer im 12. Stock und damit einen spektakulären Ausblick über die Stadt.

Besonders in der Nacht war es toll, im Bett zu liegen und auf die Lichter der Stadt und die der landenen Flugzeuge zu gucken. Auch das Frühstück am nächsten Morgen war - für ecuadorianische Verhältnisse - gut, wenn auch sehr deftig: Brötchen, Rührei, Kartoffeln, Würstchen und Hühnerschenkel, frisches Obst und - natürlich - “Jugo”, Saft. Und der obligatorische vermilchte Nescafé.

Leguane im Parque Seminario in GuayaquilDanach war Sightseeing angesagt: Wir hatten uns einen Schnelltrip zu den wichtigsten Tourizielen vorgenommen. Zuerst ging’s zum “Parque Seminario”, dem allerersten Park der Stadt, mit dicken(!) hohen(!) Ficus-Bäumen(!), Palmen, Gummibäumen und sonstigen Pflanzen (die bei uns in Deutschland meist eher schlecht als recht in den Blumentöpfen wachsen). Im Zentrum ein Standbild von Simon Bolivar, dem berühmten Kriegsherren im Befreiungskampf der nördlichen Südamerikastaaten. Kinder fütterten zahme Eichhörnchen mit Erdnüssen.

Berühmt ist der Park aber für seine Leguane, die von Anbeginn dort leben und den Ort nie verlassen haben. Da sich die Umgebung - damals vor 200 Jahren noch Mangroven- und Schwemmland - inzwischen doch beträchtlich geändert hat, füttern die Hoteliers und Gemüsehändler die Tiere durch.

Herr (oder Frau?) Leguan.Und die fühlen sich sichtlich wohl: Saßen auf den Wegen gemütlich in der Sonne, zwischen einigen Tauben. Mit langsamen, vorsichtigen Bewegungen konnte man sich ihnen bis auf ein paar Zentimeter nähern, ja, sie sogar anfassen! Einer fing an, mit seiner knubbligen rosa Zunge an meinem Finger zu lecken - nachdem ich mich im ersten Moment erschreckt hatte, war das natürlich klasse. Ein Leguan-Handkuss sozusagen. Sehr charmant!

Plötzlich - Warum, das haben wir nicht herausbekommen. Vielleicht eine laute Hupe? - kam Bewegung in die bis dahin so gemächlichen Viecher. In einem flotten Tempo, das ich ihnen gar nicht zugetraut hätte, sausten sie auf die Bäume, einer nach dem anderen flitzte die Stämme hoch und suchte sich einen Platz auf den Ästen hoch über unseren Köpfen.

Am Malecòn.Unser Spaziergang führte weiter zum Malecón, der Uferpromenade am Rio Guayas, mit ihren großartig angelegten Gärten, Spielplätzen, schiffsähnlichen Holzbauten - einfach ideal zum stundenlangen Schlendern am Wasser. Und natürlich ins Viertel “Santa Ana”.

Der Stadtteil wurde vor ein paar Jahren restauriert, die Holzhäuser neu gestrichen - und die ansässige Bevölkerung in die Umbauarbeiten einbezogen: Sie leben heute noch dort (wir konnten im Vorbeigehen oft einen Blick in die offenen Fenster oder Türen werfen) und profitieren sicher auch von den Maßnahmen zur Sicherheit: An jeder Ecke steht ein Wachmann mit Walkie-Talkie, die Lage im Blick.

Der Leuchtturm auf dem Gipfel des Cerro Santa Ana.So konnten wir unbesorgt (und in brütender Hitze *schwitz*) die über 400 Stufen bis zum Gipfel des Hügels hinaufstapfen. Überall an den Wänden der bunt angemalten Häuser hängen überall Fotografien mit “Vorher”-Bildern. Eine Putzkolonne spülte mit einem Kärcher die Stufen und Mäuerchen sauber: Alles war blitzblank, nirgends Müll, die Gärten wunderschön und gepflegt. Auf einem Basketballplatz spielte eine Schulklasse ungerührt in der prallen Sonne (während wir uns in jedem nur erreichbaren Fleckchen Schatten drängelten).

Oben angekommen konnten wir dann den Blick über den Rio Guays und die ganze Stadt genießen. Auf den Leuchtturm sind wir aber nicht mehr raufgeklettert: Es war einfach zu heiß. Aber für ein Foto hat die Kraft gerade noch so gereicht…

Matsch und SchlammGestärkt mit einem Mittagessen im Vierten Stock des Hotel Sol del Oriente haben wir dann die Rückfahrt angetreten, auch diesmal wieder durch Matsch und Schlamm - auch wenn es nicht geregnet hat: Nach der Küstenebene 60 Kilometer Bergauf bis zur höchsten Stelle des Passes, den Trés Cruzes (wo wir uns schlotternd in unsere dicken Pullis gekuschelt haben) wieder 40 Kilometer bergab bis nach Cuenca. Hier bleiben wir jetzt erst einmal bis am Wochenende Peters Osterferien anfangen und wir eine kleine Rundreise durch den Süden starten können.

PS: Da war doch noch was…? Ach ja, das Rätsel … Ähem … Die Auflösung kommt mañana. Dann aber in echt. Versprochen!

Mariposa & Kolibris

Februar 18, 2008

schmetterling-cuenca.jpg18. Februar 2008. Bei einem Spaziergang durch haben Peter und ich mitten in dieser Stadt diesen Schmetterling entdeckt. Seine Flügel hatten eine Spannweite weit größer als die Länge meiner Hand vom Handgelenk bis zu den Fingerspitzen.

Ich kenne mich mit den Verhaltensweisen von Schmetterlingen nicht besonders aus, aber es hatte gerade angefangen zu regnen, dicke schwere Tropfen - vielleicht hat er sich “untergesetzt”, um nicht getroffen zu werden?

In einem wunderschönen Café, das zum Panama-Hut-Museum gehört, mit bunten Wänden, Holzstühlen, Gemälden von ansässigen KünstlerInnen; in dem auch handgefertigte Ledertaschen und origineller Schmuck ausgestellt sind - und einer beeindruckenden Aussicht auf die Stadt - sind wir auch weitere Tiere getroffen.

kolibri-fff.gifWir saßen in einem kleinen Erker, und draußen vor den Fenstern hingen Tränken für Kolibris, die die kleinen Gesellen (vielleicht waren es auch Gesellinnen?) auch fleißig nutzten, so dass wir sie gut beobachten konnten. Es war schwierig, sie zu fotografieren, schon bei der kleinsten Bewegung schwirrten sie wieder von dannen.

Aber einen habe ich erwischt - der uns irgendwie an einen Mini-Pinguin erinnerte. Vielleicht wegen des kleinen Hinterteils, dass jedesmal wippte, wenn er sich mit seinem Schnäbelchen vorbeugte um Wasser zu trinken.

Eine andere Art - 124 soll es in Ecuador geben -, die etwas größer ist und deren Gefieder grün-metallisch schimmert, haben wir auch im Vorgarten unseres Hauses. Sie besuchen bei schönem Wetter die Hibiskussträucher, sie mögen den Nektar der Blüten.