
Ein beinah geschmuggelter Kaiman.
…aber allzu viele Sorgen muesst ihr euch dann doch nicht machen, der Kaiman war naemlich erst etwa 15 Zentimeter gross und der kleine Kerl hat mich bloss wuetend in den Finger gezwickt (ohne Blut!), als ich ihn in die Hand genommen habe. Diese Schlagzeile konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen, Peter und ich freuen uns schon seither darauf, dass das endlich im Blog steht!
Wir sind naemlich zur Zeit im Oriente, also in der Urwaldregion. Fuer alle, die es auf der Karte nachgucken wollen: Unsere Reise ging von Cuenca, Mendez, Macas, ueber Puyo nach Tena und schliesslich nach Misahualli. Auf dem Weg lag eine Mini-Tier-Auffangstation, wo uns Pedro sein Reich gezeigt hat, das er seit mehr als zehn Jahren betreut.

Boah - eine Boa!
Dort sind Tiere gelandet, die entweder beim schiefgelaufenen Schmuggeln aufgetaucht sind – wie eben besagter Kaiman – oder krank waren, wie Patricio, der rote Ara, der nicht mehr fliegen kann. Ausserdem haben wir einige Schildkroetenarten gesehen, Schnecken, ein Watussi (eine Art groesseres Kaninchen ohne Ohren und mit laengeren, duenneren Beinen), Amazonen, die etwas kleineren gruenen Papageien, sowie zwei sich innig liebende Borstenschweine, die sich hinreissend angegrunzt, gegenseitig gekratzt und mit ihren Ruesseln gestupst haben. Toll war auch die Schlangen, eine Boa und eine Anakonda (die im Wasser lebt), die wir ein paar Minuten halten und bewundern durften.

Pedro und Bernarda.
Die ganze Zeit, auf dem Weg durch die kleine Anlage war unsere stetige Begleiterin Bernarda, ein „Cuchucho“. Wie das Tier auf deutsch heisst, haben wir bis jetzt nicht rausfinden koennen – aber es scheint so etwas aehnliches wie ein Waschbaer zu sein, hat einen ebenso geringelten Schwanz (allerdings nicht weiss-schwarz sondern dunkel- und hellbraun) und eine kleine spitze Schnauze, fast wie ein kleiner Ruessel, den es ueberall hineinsteckt, gern auch in Hosenbeine, um nach Maden und Insekten zu suchen.

Geschälte Yucca fürs Tapir.
Aber es gab auch ein Ta-Ta-Ta-Taaaaaa: Tapir! Wir spazieren mit Pedro und Adrian, seinem kleinen Neffendurch ein Gehege. Adrian ist sozusagen auch gestrandet: Seine Mama konnte ihn nicht versorgen, jetzt lebt er bei Pedro – und kennt sich natürlih schon ziemlich gut mit den Tieren aus. Und stehen ploetzlich vor einem grauen Koloss.
Ich hatte mir Tapire bis dato immer als recht klein, maximal 50 Zentimeter Laenge, vorgestellt: Aber die sind beeindruckend gross! Etwa wie ein dicker Eber, haben graue schuettere Borsten, die die Haut durchschimmern lassen, kleine Schweinsaeuglein und ebenfalls einen beweglichen Ruessel, die Fuesse erinnern irgendwie an Paarhufer-Fuesse, haben aber vier Zehen. Sie sind nachtaktiv und sehen, meiner Meinung nach, so faul am Tag ziemlich lebensuntuechtig aus.

Peter mit Tortuga.
Das Tier wird liebevoll mit – geschaelten! – Yucca-Wurzeln von Adrian gefuettert, der sein besonderer Freund zu sein scheint. Dann duerfen wir es streicheln, ich schrubbe also ordentlich unter dem Hals, wo sich eine ganze Menge blutsaugende Parasiten und Zecken festgebissen haben. Ueber die sich manchmal das Cuchucho hermacht. Das uebrigens auch mit Vergnuegen die Borsten der Borstenschweine nach leckeren Insekten durchkaemmt, die sich das gerne gefallen lassen.

Bitte auch am Bauch kraulen!
Ploetzlich: Plumps – faellt das Tapir um! Ich denke noch: Was ist denn jetzt los? Da fangen Pedro und Adrian an zu lachen: Das Riesenviech streckt mir seinen Bauch hin – da soll ich dann bitte auch noch schubbern… Wer so lieb fragt.







