HundedompteusInnen

By angelikainecuador

Die letzten Tage in Cuenca sind vergangen wie im Flug (wie die ganzen acht Monate, wenn ich mir das so rückblickend anschaue), denn die kleine Jackie, unser auf dem Markt in Otavalo aufgelesenes Hundemädchen, ist wieder bei uns. Und da stellte sich nun die Frage: Wie geht es weiter?

Mitnehmen durfte ich sie ja leider noch nicht (der komplizierte Prozess der Tollwutschutz-Impfung und -verifizierung der Antikörper) ist noch nicht abgeschlossen. Einen dauerhaften Platz bei (tier)lieben Menschen haben wir für sie nicht gefunden. Also bleibt nur Plan B: Der Hund bleibt bei Peter – und leider jeden Tag einige Stunden alleine.

Nach ausführlichen Beratungsmails und -gesprächen mit „meiner“ ganz persönlichen Hundetrainerin, meiner Freundin Nanni, (siehe auch Was will mein Hund? ), hieß es dann, den Hund ans Alleinesein zu gewöhnen – nachdem wir vorher genau das Gegenteil gemacht hatten: Den Hund an uns gewöhnen und binden. Dass Klein-Jackie neben mir auf dem Boden schläft, wenn ich zum Beispiel am Computer sitze (und sie einfach weiterpennt, während ich mir einen neuen Kaffee hole oder Wäsche aufhänge), das war ja schon längst kein Problem mehr.

Aber alleine auf der Terrasse schlafen?! Hund könnte ja was verpassen! Das gab natürlich erst mal eine Menge Hundegejammer und -gepiepe. Aber mit etwas Geduld, einem Sack Leckerli (so ungefähr) und einer neuen dicken Hundedecke haben wir es tatsächlich hingekriegt, das Jackie nun für ein paar Stunden alleine sein kann, ohne auszuflippen. Hurraaah! Nun kann ich erleichtert nach Deutschland fahren (und da erst mal in aller Ruhe Hundeerziehungsbücher studieren, so dass ich im Januar – hoffentlich – alle Tricks drauf habe).

In der Zwischenzeit muss sich Peter um den Hund kümmern und das macht er super! Was er der Kleinen schon alles beigebracht hat („Weißt du, Jackie, Hunde die bellen, beißen nicht! Das kannst du dir mal merken!“ – „Nein, nicht den Kugelschreiber essen. Der ist doch zum Schreiben da!“)! Und welche Abenteuer er schon mit ihr erlebt hat (Jackie springt aus vollem Lauf zwei Meter tief die Böschung runter mittenrein in Tomebamba – zum Glück war sie an der langen Leine und Peter konnte sie rausfischen).

Und durch die halbe Stadt geschleppt hat er sie auch schon, als sie nicht mehr weiterlaufen wollte, weil sie einfach genug hatte vom Gehupe, den engen Bürgersteigen und den vielen Menschen (die sie fast alle freundlich anlächeln: „Que lindo perrito!“ Selbst der stählerne Blick hartgesottener Polizisten wird plötzlich weich!) .

Viel Zeit, um mich zu vermissen, wenn ich bald wieder in Deutschland bin, wird Peter wohl nicht haben…

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