Ja, hier in Cuenca wird auch Muttertag gefeiert. Und zwar mit einem Ständchen für die Mama, ganz ähnlich, wie am Valentinstag die Angebetete angesungen wird. Während die Jungs früher wenigstens selbst die Gitarre gezückt und Mama-ich-hab-dich-lieb-Lieder gesungen haben, ist es jetzt so, dass die ganze Nacht über Autos durch die Gegend fahren mit riesigen Lautsprechern, die dann gleich das ganze Viertel mit schmalzigen Muttertagsliedern beglücken. Das fing gestern abend so gegen 19 Uhr an, als es dunkel wurde und ging die ganze Nacht durch. Ich hab mir dann irgendwann mal Ohrenstöpsel in die Ohren gemacht, so konnte ich einigermaßen schlafen.
Als wir aber gegen 5.30 Uhr dann schon wieder in einer solchen Lautstärke, dass wir fast aus dem Bett gefallen sind (hier gibt es ja auch keine vernünftigen Fenster, die den Lärm abhalten…), beschallt wurden, weil einer dieser fahrenden Lautsprecher – inklusive Mikrofon, über das die Söhne auch noch ewig lange Reden auf ihre Mütter schwingen – drei Häuser weiter stand, da hat es dem Peter gereicht. Er ist wutschnaubend aus dem Bett, hat sich angezogen und nach nebenan gesaust.
Dort hat er die Veranstaltung erst einmal unterbrochen… Was natürlich relativ wenig gebracht hat: Das sei schließlich “costumbre”, also Brauch. Und überhaupt, “Ob er denn seine Mama nicht lieb hätte?”. Worauf Peter meinte, dass seine Mama ihm eher rechts und links eins an die Backen geben würde, wenn er mitten in der Nacht sturzbesoffen in einer solchen Lautstärke Musik abspielen würde. Auch das Argument, dass Schlafen in der Nacht auch Costumbre sei, hat bei den Jungs nicht so überzeugend eingeschlagen. Und zu guter letzt kam dann sogar die angesungene Mutter raus und argumentierte, natürlich, für ihren Sohn. Und wir könnten das als (blöde) Auslänger, einfach nicht verstehen…
Was ich in den letzten Wochen so erlebt habe, während Oliver zu Besuch war – das folgt in den nächsten Tagen.