Natürlich haben wir in Guayaquil die Touri-Tour gemacht: die Iguanas im Parque Seminario fotografiert (wie man sieht, war auch Olli begeistert), sind die Hunderte von Treppenstufen schwitzend und schnaufend hinaufgelaufen in das bunte, renovierte und bewachte Santa Ana-Viertel, haben ein Spaziergang am Malecon gemacht.
Unterkommen sind wir im wunderbaren Hostal “Iguanazu“, etwas außerhalb in der Nähe des Viertels Urdesa gelegen. Nach der heißen, lauten, vollen Stadt, ein bisschen Ruhe: mit Swimmingpool, Hängematten, einem grünen blühenden Garten.
Bis wir am ersten Morgen unser Frühstück hatten, das dauerte zwar etwas (Frage an Olli: “Möchten Sie Kaffee?” – “Ja.” Zehn Minuten später kam die Tasse Kaffee. Dann die Frage an mich: “Möchten Sie auch Kaffee?” – “Ja!” Zehn Minuten später stand auch meine Tasse vor mir. Das ging dann so weiter mit Saft und Brot und Fruchtsalat). Aber wir hatten ja Zeit. Und am zweiten Morgen gab es tatsächlich Soja-Milch, die wir per Mail erbeten hatten.
Am allerbesten aber am Hostal ist, meiner Meinung nach, der Hostal-Hund: eine Bulldogge, die mir morgens beim Betreten des Frühstücksraums auf meine Lockrufe hin voller Begeisterung mit Karacho entgegengaloppiert kam, auf den glatten Kacheln hin- und herrutschend, und mich mit ihrem dicken Kopf gegens Bein schubste. So hinreißend tapsig, dass ich mich gleich in den kleinen Kerl verliebt habe!
Als ich nachts Wasser gesucht habe (in Guayaquil sollte man/frau das Leitungswasser nicht trinken) und ich durch die Dunkelheit in die Hostal-Küche stolperte, war er wieder gleich zur Stelle, Stirn an meinem Knie (”Streichel mich!”). Die nächtliche Schmusestunde ging so weit, dass er mir ins Zimmer folgte, brav “Sitz!” machte und partout nicht mehr rauswollte – worauf ich ihn, so wie er war, im ganzen rausschieben musste. Uff!
Nach zwei Eingewöhnungstagen in Guyaquil sind wir mit dem Bus weitergefahren, die Küste entlang Richtung Norden. Unser Ziel: ein kleines Kaff an der Pazifikküste namens Puerto Rico und die Öko-Hosteria “Al Andaluz“.