Vilcabamba – Das Tal der 100-Jährigen

By angelikainecuador

WanderungVilcabamba, wo wir drei Nächte im Hostal “Izhcayluma” vorgebucht haben, ist der nächste Ort, den wir ansteuern. Die Fahrt durch die Anden und der Blick auf die Berge sind beeindruckend. Weniger schön: Auf der Strecke von Zaruma nach Loja schrammen wir haarscharf an einem Zusammenstoß mit einem anderen Pkw vorbei. Der kommt uns in einer Kurve viel zu schnell entgegen, fährt zudem noch in der Mitte. Er bremst, gerät ins Schlittern und dreht sich zu unserem Wagen hin. Peter reagiert klasse und kann noch ein bisschen ausweichen – es geht alles nochmal gut. Glück gehabt!

Wir machen kurz Zwischenstation in Loja, das auf unserem Weg liegt, und kommen bald schon im schönen Tal von Vilcabamba an, das auch das Tal der 100-Jährigen genannt wird: Auf der Höhe von 1500 Metern gelegen, mit Temperaturen die sich das ganze Jahr über zwischen 17 und 24 Grad bewegen, scheint es hier ideale Klimabedingungen für Menschen zu geben. Immer wieder wird eine Studie zitiert, nach der von 2000 Einwohnern des kleinen Städtchens mehr als 60 über 100 Jahre alt sind (wogegen im Weltdurchschnitt nur einer von 1.745.000 Menschen ein Alter über 100 Jahren erreicht).

haengematteDas Izhcayluma liegt etwas außerhalb, die Anlage ist wunderschön: mit Cabanas und Mehrbettzimmern, einem offenen Restaurant mit Blick auf den Ort (bei den Temperaturen sind keine Fensterscheiben nötig), mit einem kleinen Swimmingpool für die Erfrischung zwischendurch und einer gemütlichen Bar. Die Zimmer sind einfach, aber ordentlich – und ohne blöden Schnickschnack (wie künstliche Blumen oder chinesische Landschaften…). Unsere Cabañas (also kleine Häuschen) haben Veranden, auf denen man/frau wunderbar in der Hängematte liegen und den Blick auf die Berge genießen kann. Einfach großartig! Wir erholen uns prächtig, ich buche auch noch eine Rückenmassage inklusive Gesichtsbehandlung und Reiki – und bin danach vollends entspannt.

Ein leckeres Abendessen bekommen wir bei “Shanta”, der am anderen Ende des Ortes ein winzig kleines Restaurant hat, das bis unter die Decke vollgestopft ist mit Fundstücken: Hüten, Schlangenhäuten, Skeletten von wilden Tieren und Muscheln. Shanta, der eigentlich aus Cuenca kommt, immer einen Cowboyhut und einen beeindruckenden Schnurrbart trägt, serviert uns als Digestif seinen legänderen 80prozentingen Tequila mit Schlange (statt Wurm). Prost!

spinnenalarmShanta hat auch eine Menge Tipps für uns, falls wir mal noch tiefer in den Urwald wollen, zum Beispiel auf dem Nangaritza-Fluss. Da packt er auch gerne seine Foto-Alben aus und erzählt uns, wie wir am besten hinkommen und wo wir übernachten können. Er hat sogar eine Karte für uns. (Kartenmaterial ist hier in Ecuador nur sehr schwer und dann auch nur sehr ungenau zu bekommen). Eine Tour auf dem Nangaritza ist allerdings zu Zeit, wegen der vielen Regenfälle und des damit einhergehenden Hochwassers, unmöglich.

Im Izhcayluma, das von den beiden deutschen Brüdern Dieter und Peter gemacht wird, gibt es schon bei der Anreise eine ganze Mappe mit Wanderungen von leicht bis anstrengend, die auch alle mit Schildern draußen auf den Wanderwegen markiert sind. Auch wir machen uns am zweiten Tag auf zu einer Wanderung in die Berge. Und entdecken eine Spinnenkolonie, viele Schmetterlinge und wunderschöne, unbekannte Pflanzen.

Jungs auf PferdenAuf dem Nachhauseweg kommen uns zwei Jungs auf ihren Pferden entgegen. Die noch ganz jungen Pferde haben nur ein aus Kordel gebundenes Halfter an und die beiden Jungs bewegen sich auf und mit ihnen, als wären sie mit ihnen verwachsen – und tun natürlich ziemlich cool, als sie merken, dass wir von ihnen beeindruckt sind.

Sie quatschen ein bisschen mit uns und machen gleich Reklame für ihre “Ranch” ganz in der Nähe: Ob wir nicht Lust auf einen Ausritt hätten? Haben Peter und ich auf jeden Fall, aber leider keine Zeit mehr. Denn am Sonntag geht es schon weiter, in Richtung Oriente, Richtung Urwald. Wir wollen nach Zamora und von dort aus in den Podocarpus Nationalpark.

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