“Immer wenn ich an dich denke, dann stelle ich mir ein Palmblatt gedecktes Häuschen am Rande einer Stadt vor. Und du auf der Veranda. Im Garten wachsen Mangobäume und Papayas. Ab und zu huscht ein Äffchen durch die Äste. Neben euch wohnt Mamita Esmeralda, die euch einen Süßkartoffelauflauf kocht. Mit Kokos-Bananen-Soße.”
So schrieb mir Susanne aus Köln in einer Email. Klingt schön, oder? Finde ich auch. Man stellt sich das Ganze auch schön sonnig vor. Aber ganz so ist es hier, wo wir wohnen (leider) nicht. Cuenca liegt mitten in den Bergen, 2.530 Meter über dem Meeresspiegel. Und zur Zeit regnet es. Und regnet. Und regnet weiter.
Links seht ihr “unser” Haus. Eine Veranda haben wir nicht, aber eine Dachterasse. Und in unserem (Vor)Garten wachsen Hibiskusbüsche, die gelbe oder pinkfarbene Blüten haben. Auch bei uns gibt es eine Mauer um das Grundstück und ein schweres Eisentor, das immer abgeschlossen ist. Dafür aber weder eine Klingel (man muss mit einem Gegenstand gegen das Eisentor klopfen, dass es scheppert und im Haus zu hören ist; oder man muss mit dem Handy anrufen und bescheid sagen, dass man vor der Tür steht) noch einen Briefkasten. Post wird – wenn überhaupt – einfach in den Hof geworfen.
Morgens kommt mittlerweile mit etwas Glück die Sonne heraus und es wird heiß. Aber spätestens so gegen zwei Uhr mittags gibt es einen Wolkenbruch. Wir sind nur noch in Regenkluft unterwegs und machen Witze, das wir uns für unsere Reise in die große weite Welt das Land mit dem schlechtesten Wetter ausgesucht haben…
Die EcuadorianerInnen haben ein ziemliches Kurzzeitgedächtnis, was das Wetter angeht: “Ungewöhnlich, dieser viele Regen!” Das hören wir immer wieder. – “Im August und September im letzten Jahr, da war es doch schön! Viel Sonne! Aber seither…” Letztes Jahr im August und September zum Beispiel – das war die Zeit, als Peter gerade hier eingetroffen war und mit dem Fahrrad in die Schule fahren wollte. Ging aber nur selten, wegen Regen. Und ein paar Mal musste er sogar die Handschuhe anziehen, weil es morgens so kalt war. Soviel zum schönen Wetter….
In einem Artikel in der “Avance”, einem recht dünnen, aber interessanten – da politisch-kritischen – Monatsmagazin, das ich entdeckt habe, ist denn auch die Rede davon, dass jedes Jahr aufs Neue von den “schlimmsten Regenfällen, die es jemals gab!” die Rede ist. “Ecuador ist ein Land des Sommers und wenn kein Sommer ist, dann läuft nichts mehr”. Die Straßen sind nur bei schönem Wetter passierbar, die Abholzung und mangelndes Umweltbewusstsein tun das Ihrige, um diese Regenfälle zu einer Katastrophe werden zu lassen.
PS: Es gibt übrigens wieder Gas!
Schlagworte: Cuenca, Regen, Regenfälle
März 6, 2008 um 8:25 |
hurraahhh !
endlich wieder kaffee und warme dusche…
ich hatte mir schon sorgen gemacht
liebe grüße aus dem kalten köln
olli