Salsa - und warum die Frau nicht führt
Donnerstag, 14. Februar 2008. Wir haben es gestern Abend - endlich - zur Tanzstunde geschafft, in die Tanzschule “Cachumbambe tropical” (Gruppenstunde pro Person 3 $). Und es hat uns sehr viel Spaß gemacht! Unser “Tanzlehrer” war Boris (der da mit ner ollen Jeans, einem braunen Schlabber-T-Shirt und Ledermokassin-Schlappen vor uns stand, das Tanzen aber ziemlich gut drauf hatte). Es waren über 20 Leute da, eine bunt gemischte Gruppe: ein paar Touris aus den USA, aber auch EcuadorianerInnen, unter anderem auch zwei, drei etwas ältere Damen, die richtig klasse waren.
Wir mussten uns erst einmal alle in Reihen aufstellen: Es gab ein Aufwärmprogramm, dann haben wir die Schritte geübt und dann war Paartanzen angesagt. Zwischendurch kleine Vorträge wie zum Beispiel über das Geheimnis - über das ich mir in der Spanisch-Schule bei der allwöchentlichen “Kulturstunde Salsa-Tanzen” schon den Kopf zerbrochen haben: Woher weiß ich, welcher Schritt jetzt kommt?!
Die Lösung: Es gibt kleine Hand- und Körperzeichen, auf die die Frau reagieren muss. Wie das funktioniert, haben Boris und eine weitere Tanzlehrerin uns dann mal vorgemacht. Die Tänzerin hat sich aus diversen Drehungen und Schrittkombinationen sogar fallen lassen und er hat sie - nur mit einer Hand in ihrem Nacken - aufgefangen. Daran, dass die Frau auf diese Zeichen reagiert, erkennt mann übrigens, dass sie tanzen kann, so Boris.
Es gab auch sonst noch einige spannende Anweisungen (bitte die Hände aus den Taschen nehmen!) und sehr genaue Ortsangaben, wo die (Männer)Hände beim Tanzen hinmüssen (und wo sie nicht hindürfen). Am Allerwichtigsten: NIE den Grundschritt verlieren! Egal, was obenrum passiert, die Füße müssen immer weiter machen. So weit, so gut.
Und dann gab Boris noch einen wichtigen Hinweis: Die Frau führt nicht, niemals. Nur der Mann! Nachdem ich vorher schon gelernt hatte, dass der Mann ziemlich ausgreifend mit den Armen tanzen darf, die Frau dagegen die Arme eher hübsch am Körper hält, hat diese kategorische Aussage mich und mein loses Mundwerk zu der Frage “Por qué? Warum?” - und den halben Kurs zu einem Lachanfall hingerissen. Darauf folgte Boris’ leidenschaftliche Abhandlung, dass die Frau zwar nicht führen darf, aber für die “Belleza”, also die Schönheit des Tanzes zuständig ist. Aha.
Wir haben also geübt, Peter und ich, und er hat dann auch versucht, mir die Zeichen zu vermitteln, also zum Beispiel mit beiden Händen (die meine Hände gefasst hatten) einen kurzen Impuls nach unten und vorne (von ihm aus gesehen) zu geben, so dass ich etwas zurückgeschoben werde und weiß: Jetzt muss ich einen kleinen Ausfallschritt machen. Das war zunächst noch ein bisschen ruckelig und ich musste dauernd lachen, weil Peter auch jedesmal die Augenbrauen hochgezogen hat. Aber nach ein paar Mal - und ein bisschen Hilfestellung von Boris - hat das ganz gut geklappt.
Stunde zu Ende, wir ziehen unsere Jacken wieder an, ich sage “Muchas gracias” zu Boris, er guckt mich kurz an, nickt zurück. Ich will schon wieder weg - da sagt er zu mir: “Und übrigens, nicht vergessen: Die Frau führt nicht, niemals. Sondern NUR der Mann!” Und fängt dann breit an zu grinsen. Worauf Peter sagte: “Nur im Haus, da ist’s andersrum.” Jaja. So ganz ernst können wir die Rollenverteilung dann doch nicht nehmen. So endete unsere erste Tanzstunde in Gelächter. Unsere letzte war es sicher nicht.
Schlagworte: Salsa, Tanzstunde, Cachubambe
Februar 16, 2008 um 4:08 Uhr nachmittags
Nächstes Rätsel,
wie weit ist: DAS
(ecuador guayaquil santa ana)
von Geli & Peti home entfernt und was ist da?
Liebe Grüsse
Jo