Carnaval en Cuenca

By angelikainecuador

6. Februar 2008, abends. Auf der Heimfahrt von Limón sind wir an einem Karnevals-Straßenfest vorbeigekommen und haben uns doch noch ins Getümmel gestürzt. Eine Reihe von Pavillions mit Essenständen und eine Riesenbühne mit Musik waren aufgebaut. Dazwischen jede Menge Menschen, die meisten nass… Die beiden Jungs von Marcela hatten Dosen mit Sprühschaum (Inhaltsstoffe: “Wasser”, “Schaum” & “erlaubte Substanzen”). Man kann sich das so vorstellen wie Rasierschaum – der aber nach ein paar Minuten wieder zusammenfällt – mit Erdbeerduft. Erst haben nur die Jungs uns angesprüht, dann haben wir “Großen” uns gegenseitig durch die Gegend gescheucht – und sahen bald aus wie wandelnde Baisers.

An einem Stand haben wir bei einer Frau, die über und über mit Maismehl “gepudert” war (das hält natürlich besonders gut, wenn man vorher Wasser übergekriegt hat), Canelaso gekauft. Dieses heiße Getränk aus Naranjilla-Früchten, Zhumir (der bereits erwähnte Schnaps), Zimt, Zucker, ganz ähnlich wie Glühwein, hat uns wieder ein bisschen aufgewärmt. Maismehl, Schaum, Konfetti gab es auch an den Ständen zu kaufen. Marcela hat erzählt, dass man sich früher sogar – wenn man an Karneval sein Essen nicht aufgegessen hatte – gegenseitig die halbvollen Teller über den Kopf gekippt hat! Vor der Bühne tanzten die Leute, der Boden war aufgeweicht und schlammig vom Regen und den Wasserschlachten. Große Pfützen hatten sich gebildet, aus denen einige immer wieder Becher mit der dreckigen Brühe füllten und sich gegenseitig überkippten. Insgesamt eine Riesenmatscherei!

Und dann bekam der Peter ein Eimerchen mit Wasser übergeschüttet – worauf er sich tapfer mit Sprühschaum wehrte. Der Angreifer – ein Schwarzer mit nacktem Oberkörper, aber bis dato noch trockener Hose, abgelenkt durch seine Attacke auf Peter – wurde daraufhin von einem seiner Kumpels mit einem Schwung Wasser bedacht. Und mich hats dann auch noch erwischt: Wir waren schon auf dem Weg zum Auto, da stürzte sich ein Pärchen auf mich und Peter: eine klitschnasse Frau mit langen Haaren, Kappe und rotem Jogginganzug – und einem großen Eimer Wasser – jagte hinter Peter her.

Ihr Freund heftete sich auf meine Fersen – ich bin nach der ersten Ladung Wasser, die knapp daneben ging, nur noch geflüchtet, wild mit Schaum um mich sprühend. Kam aber nicht weit und leider war auch noch meine Dose leer! Ich hab nur noch gemerkt, wie mich jemand an meiner Kapuze festgehalten – und mir dann einen Riesenschwall Wasser hinten in meinen Pulli gekippt hat. Ich war nass bis auf die Unterhose! Zum Glück durften wir – obwohl wir aussahen wie begossene Pudel – noch ins Auto (Danke, Stephanus!) und hatten nur noch fünf Minuten Fahrt bis nach Hause.

Dort haben wir dann – nach dem Regen in Limón, dem Baden in Baños und der Karnevals-Wasserschlacht – erst mal ausgiebig geduscht…

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